Ich habe während meiner langen, immer wieder unterbrochenen und wiederholt wieder aufgenommenen Studien tausende von Exzerpten angelegt und hunderte von Texten geschrieben.
Einiges davon ist mir erhalten geblieben, auch nach zig Umzügen und Lebensveränderungen. Es schlummert in Kisten.
Nach einigem davon, welches mir heute noch, nach zwanzig, dreißig, vierzig Jahren und mehr, spontan in Erinnerung kommt, habe ich gezielt gestöbert - und teilweise wurde ich fündig. Ich habe es für den Digital Garden aufbereitet.
Über die Gründe, wieso gerade diese eine Gedächtnisspur hinterlassen haben, kann ich nur spekulieren. Sie müssen mir schon damals, als die meisten durch Seminare und Studienordnungen abverlangt wurden und so eigentlich erfüllte Pflichtaufgaben repräsentieren, über den Tag hinaus etwas bedeutet haben. Sicher auch, weil ich gelegentlich sogar mit Seminararbeiten auffiel und aneckte.
Als ich sie nun wieder las, staunte ich. Im Einzelnen war mir, was ich damals dachte und schrieb, völlig entfallen. Die Überlegungen und sachlichen Darlegungen kommen mir vor, als ob sie von einem anderen Menschen verfasst worden wären, obwohl sie mich doch viele Stunden gekostet haben müssen. Inzwischen schimmern sie wieder vertrauter.
Interessant ist mir auch, dass sich einige Denkweisen durch mein Leben hindurch gehalten haben. Das war mir so deutlich nicht bewusst. Ebenso, dass ich schon einmal mehr und auch anderes wusste, als es mir heute noch vor Augen steht.
Ein weiterer Weg, aus meiner Vergangenheit zu lernen.