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Work in progress

··252 Wörter·2 min

Ich stelle einen Text nicht selten zu früh ein. Erst nach und nach, wenn ich ihn mit zeitlichem Abstand wieder lese, fällt mir auf, dass er nicht ausdrückt oder „rüberbringt", was ich wollte.

Dann beginnt die Arbeit daran erneut. Manchmal gestalte ich ihn komplett um. Mehrmals.

So kommt es, dass die erste veröffentlichte Fassung schließlich kaum noch etwas gemein hat mit der jeweils letzten.

Warum ich einen halbgaren Text trotzdem „auspflanze"? Benehme ich mich damit nicht unverantwortlich gegenüber Leser*Innen? Verärgere ich sie gar?

Nun, ich möchte meine Gedanken wachsen sehen. Deswegen habe ich diese Form der Veröffentlichung gewählt.

Ich sehe sie bei jedem Durchgang mit anderen Augen. Mit der Zeit sogar, als wären sie von jemand anderem. Das hilft mir, weiter zu denken.

Ein Digital Garden eignet sich, finde ich, sehr gut für dieses Vorgehen. Obwohl 24/7 offen für alle, die sich interessieren, bleibt er doch meine persönliche Domäne. Dieser Garten ist ein Zwischending, öffentlich und doch intim zugleich. Mein persönlicher Denkbewegungsraum im Internet.

Behielte ich einen Text immer nur für mich, bestünde die Gefahr, dass er in der Versenkung verschwände, wie schon viele. Ich fasste ihn nicht wieder an.

Für Besucher meines Gartens ist das vielleicht nicht immer erfreulich. Mir ist das bewusst und ich leide mit.

Aber hey! Ist nicht böse gemeint!

Ich empfehle, auf das Veröffentlichungsdatum zu schauen und, vor allem bei längeren Texten, gut abgehangene Stücke für die Lektüre vorzuziehen. (Was allerdings keine Garantie ist, dass die beim nächsten Besuch nicht wieder ganz anders daherkommen!)

Eine gute Lektüre!